Wirkung

Mundus decipi vult, ergo decipiatur.
(Sebastian Brandt)

Der Unterschied zwischen den Wirkungen, die von Grander selbst angegeben werden (vorwiegend technische Anwendungen, s.u.) und jenen, die über die Medien lanciert werden, ist auffällig. Der Grund dafür ist vermutlich ein juristischer: Die Behauptung medizinischer Wirkungen für gewöhnliches Wasser ist gemäß § 5 Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz verboten (siehe „Rechtliches„).

Ein vergleichbarer Paragraf im Deutschen Recht brachte der Grander-Vertriebsfirma U.V.O. bereits eine Klage durch den Verband gegen Unwesen in der Wirtschaft e.V. ein. Der Grander-Firma wurde in einer Einstweiligen Verfügung (siehe „Rechtliches„) verboten, mit medizinischen Wirkungen oder mit „Testimonials“ von Ärzten zu werben.

Deshalb ist/war auf der offiziellen Website http://www.grander.com lediglich von „KANN“-Wirkungen, hauptsächlich im technischen Bereich die Rede (einige wurden mittlerweile gestrichen):

  • erhöhte Haltbarkeit durch Veränderung der Mikrobiologie
  • feinerer Geschmack
  • fühlt sich meist weicher an, kann sich im Aussehen (?) verbessern
  • kann das Wohlbefinden steigern
  • kann Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Brot, Getränken, Schnaps, usw.) mehr Frische und Geschmack geben und deren Haltbarkeit erhöhen
  • spart durch die verbesserte Lösungskraft Wasch- und Reinigungsmittel
  • kann für besseres Pflanzenwachstum und auffallendere Blumenpracht sorgen, etc. etc.

Ob diese Versprechungen haltbar sind, zeigen die durchgeführten Untersuchungen (siehe „Studien„). In den Medien kursieren allerdings wesentlich brisantere, medizinische Anwendungsbereiche und Anwenderberichte („gezielte Gerüchte“) über regelrechte Wunderheilungen:

      • „Fieberblasen,
      • Hühneraugen,
      • Ekzeme,
      • Akne,
      • Neurodermitis,
      • Borreliose,
      • Abgeschlagenheit,
      • Migräne,
      • Depressionen,
      • Rheuma,
      • Asthma,
      • Kreislauf-, Magen- und Nierenbeschwerden,
      • sogar Krebs

werden gemäß Anwenderberichten gelindert oder gar geheilt“. (Kurier, 17.10.1999).

Sogar Krebs?? Worauf bezieht sich diese Behauptung?

Im Buch „Auf der Spur des Wasserrätsels“, geschrieben vom PR-Mann Granders, Hans Kronberger und demPolizeibeamten Sigbert Lattacher, ist auf den Seiten 97 – 99 die Krankheitsgeschichte von Josef W. beschrieben (Bild rechts). Der Patient litt an einem Gehirntumor und wurde anscheinend – diesen Eindruck hat man jedenfalls beim Lesen des Buches – im September 1995 durch die Behandlung mit Granderwasser geheilt„…wurde mein Zustand als sehr zufriedenstellend von den Ärzten mit Verwunderung festgestellt.“ Kronberger schreibt wörtlich weiter: „Wie gesagt, die Liste könnte noch lange fortgesetzt werden. Das Ziel ist es, die Mediziner auf diese Phänomeneaufmerksam zu machen (…) Mittlerweile sind schon mehrere Ärzte private Anwender der Grander-Technologie.

Ich habe dieses „Phänomen“ überprüft: Josef W. ist 1996 verstorben. Seine Witwe teilte mir mit, dass die Behandlung ihm zwar Hoffnung gemacht habe, aber wirkungslos gewesen sei. – Beachten Sie aber bitte folgendes Detail: Die 2. Auflage des Kronberger-Buches, der die o.a. Zitate entnommen sind, stammt aus dem Jahr 2001 – also 5 Jahre nach dem tragischen Tod des Herrn W. – Hier wird dieGeschmacklosigkeit meiner Meinung nach zu weit getrieben: Werbung mit einem Toten – auch wenn das nur schlecht recherchiert ist (Kronberger versicherte: „ein Fehler“) ist es ein Skandal.

Was, wenn Menschen diesen Berichten glauben? Wenn sie im Vertrauen auf die Wirkung eines Wundermittels auf medizinische Behandlung verzichten? In frischer Erinnerung ist noch der Fall Olivia P., deren Eltern dem Wunderdoktor G. Hamer vertrauten: Erst eine europaweite Fahndung nach Olivia und eine Zwangsoperation konnten das Leben des Mädchens retten. Schlagzeilen machte auch der Fall, als Eltern eines krebskranken Jungen eine Chemotherapie abbrachen und sich ausschließlich auf Alternativmedizin verließen. Der Junge starb im Jahr 2004 an einem Tumor. Der umstrittene Vitamindoktor Rath stand mehrfach vor Gericht. Quellen: http://www.agpf.de/Hamer.htmÄrzte Zeitung 29.09.2006

Falsche Versprechungen sind gefährlich! Der moralische Vorwurf, dass Granderwasser Menschen in ihrer Gesundheit gefährdet, die an gefährlichen Krankheiten wie etwa Borreliose oder Krebs leiden, möglicherweise leichtgläubig auf dringend notwendige medizinische Behandlung verzichten und auf die Wirkung des Wunderwassers vertrauen, ist laut Oberlandesgericht Wien sachlich begründet (siehe Rechtliches).

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