Das Prinzip

Nichts für wahr halten,
was nicht so klar und deutlich erkannt ist,
dass es nicht in Zweifel gezogen werden kann.
(René Descartes, Discours de la méthode)

Grander Wasserbelebung ist eine Technologie der Informationsübertragung
(Übertragung von Naturinformationen höchster Ordnung)
(www.grander.at)

Der Tiroler Johann Grander ist inzwischen eine feste Institution in Österreich, was „belebtes“ Wasser angeht. Die „Belebung“ erfolgt durch Geräte, die mit sogenanntem „Informationswasser“ befüllt sind und die entweder in die Wasserleitung eingebaut oder direkt in das Wasser getaucht werden. Dieses Informationswasser bildet auch die Grundlage für alle weiteren Produktanwendungen der „Grander-Technologie“. Nach Angaben der Firma Grander schwören hunderttausende Anwender weltweit auf das „belebte“ Wasser, darunter zahlreiche Wellness-Hotels, deren Kunden den Einbau der „Belebungs“-Geräte mit ihrer Zimmerrechnung mitfinanzieren. Auch in manchen Gasthäusern wird man – ohne es bestellt zu haben – für „Grander-Wasser“ zur Rechnung gebeten.

Über das Wirkungsprinzip des Grander-Wassers wird der Konsument im Unklaren gelassen. „Grander Wasserbelebung ist eine Technologie der Informationsübertragung (Übertragung von Naturinformationen höchster Ordnung)“. Dieser Satz besagt genau genommen nichts, da niemandem bekannt ist, was „Naturinformationen“ eigentlich sind.

Am 13. Mai 2005 ans Landesgericht Kitzbühel vorgeladen, präzisierte Johann Grander sen. die nur ihm bekannte Wirkungsweise der Grander-„Technologie“. Hier eine schematische Zusammenfassung:

  Abb.1

Vorher (Abb.1): Zwei nebeneinanderstehende Gläser. Das linke ist mit Granderwasser gefüllt und befindet sich in einem Zustand „höherer Ordnung“, enthält bestimmte „Naturinformationen“. Das rechte enthält Leitungswasser.

  Abb.2

 Nachher (Abb.2): Zwei nebeneinanderstehende Gläser, wenige Minuten später. Das Wasser im rechten Glas befindet sich nun ebenfalls in einem Zustand „höherer Ordnung“, hat die“ Naturinformationen“ übermittelt bekommen. Diese Übermittlung, wiewohl sie von selbst erfolgen soll, wird „Grander-Technologie“ genannt.

  Abb.3

Nach dem selben Prinzip (Abb.3 – Quelle: www.grander.com) sollen die im Handel erhältlichen „Wasserbelebungs-Geräte“ funktionieren: Das durchfließende Wasser kommt mit dem Wunderwasser nicht in Berührung und nimmt – ohne jegliche Energiezufuhr – dessen „Information“ auf, gelangt dadurch in einen „Zustand höherer Ordnung“.

Eigentlich ein recht einfaches Prinzip. – Warum die Grander-„Technologie“ dann so teuer ist (ein Haushaltsgerät kostet etwa 1.000,00 EUR), wenn sie doch so einfach funktioniert…?

Tatsache ist: Diese „Technologie“ (die ja i.e.S. keine ist) widerspricht den Naturgesetzen, genauer gesagt demZweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Dieser „Hauptsatz“ ist nicht nur jedem Maturanten (Abiturienten) bekannt, sondern auch eines der wesentlichen Gesetze der Physik und wurde noch nie falsifiziert (wer ihn widerlegt, würde mit Sicherheit den Nobelpreis erhalten). Er besagt, dass jedes System ohne Energieaufwand in einen Zustand höherer Entropie = niedrigerer Ordnung übergeht. Quelle: http://de.wikipedia.org

Kurz: Herstellung höherer Ordnung bzw. Informationsübertragung ist ohne Energieaufwand unmöglich. Das beweisen unter anderem die zahlreichen Handymasten. Und der Bildschirm, auf dem Sie diese Informationen gerade lesen…

  Abb.4
P.S.: Interessant ist, dass die neue Version der Grander-Homepage (2005) nicht mehr die bisherige Darstellung (Abb.4) zeigt, bei der das Gerät noch mit technoiden blauen magnetischen (?) Feldlinien (?) verziert war. In dem Gerät befindet sich aber kein Magnet. Ebenso falsch ist die Darstellung „kaputter“ (links) und „schöner“ (rechts) hexagonaler Kristallstrukturen. Derartige Strukturen kommen in flüssigem Wasser nämlich nicht vor. Quelle: Wernet et al. Science 304 / 5673 (2004).

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